Was ist Biodiversität? Was ist zu tun, um die Artenvielfalt zu bewahren? Was kann man als Verbraucher tun?
Die Biodiversität umfasst alle Lebensformen auf der Erde, ihre Gene und ihre Ökosysteme (= Lebensräume). Der Mensch ist auch ein Teil von ihr. In Belgien wurden bis heute etwa 36.000 Arten gezählt: Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen. Wahrscheinlich gibt es nahezu 55.000! Mindestens ein Drittel all dieser Arten sind vom Aussterben bedroht. Dabei ist der Erhalt einer großen biologischen Vielfalt von höchster Bedeutung für die Erde und unser Überleben.
Die Biodiversität bietet uns alles, was unerlässlich zum Leben ist. Einige Beispiele:
- Pflanzen erzeugen zahlreiche aktive Substanzen, die für die Herstellung von Arzneimitteln unerlässlich sind. Und das Überleben der Pflanzen hängt vom Überleben einer ganzen Reihe anderer Tier- und Pflanzenarten ab …
- Die Biodiversität trägt zur Qualität von Wasser und Luft bei. So produzieren die Bäume Sauerstoff, aber sie absorbieren auch giftige Substanzen und Feinstaub, der Ursache für Lungenprobleme und für das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen sein kann.
- Die verschiedenen Arten von Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Gewürzen usw., die uns Menschen als Nahrung dienen, hängen von der biologischen Vielfalt ab.
Heutzutage verschwinden Arten und ihre Lebensräume mit alarmierender Geschwindigkeit. Das Leben – unser Leben! – auf der Erde ist gefährdet, aber es ist nicht zu spät, es zu retten.
STRATEGIEN STAATLICHER STELLEN
Belgien hat eine nationale Biodiversitätsstrategie (2006-2016) ausgearbeitet. Sie umfasst fünfzehn Ziele, darunter folgende:
- Die wichtigsten Elemente der Biodiversität in Belgien identifizieren und beobachten
- Ursachen und Wirkungen von Prozessen und Aktivitäten, die die Biodiversität bedrohen studieren und beobachten
- Die Biodiversität in einem vorteilhaften Erhaltungszustand bewahren oder ihn wiederherstellen
Belgien ist auch Unterzeichner des Abkommens über die biologische Vielfalt der Vereinten Nationen (CBD), das zum Ziel hat, die Biodiversität zu bewahren, ihre nachhaltige Nutzung zu fördern und eine gerechte Aufteilung der Vorteile sicherzustellen, die mit der Nutzung genetischer Ressourcen zusammenhängen.
Außerdem kann jeder mit einfachen, nachhaltigen Maßnahmen im Alltag zur Erhaltung einer üppigen Biodiversität und zur Qualität der Ökosysteme beitragen.
ZU HAUSE AKTIV WERDEN
Sorgen Sie für Unterschlupfmöglichkeiten für Tiere. Vielen von ihnen fällt es immer schwerer, Orte zu finden, wo sie sich vermehren können, den Winter verbringen usw. Dabei sind sie nicht nur wichtig für ein gutes Gleichgewicht in der Natur, sondern sie sind auch oftmals sehr nützlich. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge beteiligen sich an der Befruchtung von Blütenpflanzen. Käfer und die Larven von Schweb- und Florfliegen fressen gerne Blattläuse. Sperlingsvögel, Igel, Spitzmäuse und Kröten halten (Nackt-)Schnecken fern. Ganz zu schweigen von Fledermäusen, die in hohem Maße Motten und Stechmücken im Zaum halten!
Dafür ist meist kein großer Aufwand nötig: Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, ein Haufen Holz und Reisig für kleine Säugetiere, ein paar Steine für Eidechsen und Asseln, mit Stroh gefüllte, umgekehrt in Obstbäumen aufgehängte Blumentöpfe für Ohrwürmer, Reisigbündel und hohle Stängel für einzelne Bienen …
AM ARBEITSPLATZ ODER IN DER SCHULE AKTIV WERDEN
Pflanzen Sie einen Baum oder eine Hecke. Sie bieten allen Arten von Säugetieren, Vögeln, Insekten, Moosen oder Pilzen Schutz. Sie produzieren Sauerstoff, nehmen Feinstaub und CO2 auf, schränken die Bodenerosion ein, halten den Boden feucht und vermindern die Auswirkungen des Klimawandels.
Hecken sind nicht nur eine natürliche und ästhetische Alternative für Steinmauern und Zäune, sie gestatten Tieren auch, von einem Garten in den nächsten zu wechseln. Außerdem schützen sie Ihre Anpflanzungen: Sie dienen als Windschutz, spenden im Sommer Schatten und sorgen für Kühle und Feuchtigkeit.
ALS VERBRAUCHER AKTIV WERDEN
Essen Sie Obst und Gemüse der Saison, das in Ihrer Gegend produziert wurde. Damit unterstützen Sie die Erzeuger in ihrer Region, die einheimische Sorten züchten oder pflanzen, und Sie beschränken die CO2-Emissionen in die Atmosphäre durch ihren Transport. Viele Tiere und Pflanzen drohen nämlich auszusterben, weil sich das Klima unter anderem durch unsere Abgase wandelt.
Obst und Gemüse der Saison, vor allem wenn es sich um Bioware handelt, hat oftmals einen besseren Geschmack als importierte Ware, deren Anbau große Mengen Dünger und chemischer Pestizide erfordern kann.
INVASIVE ARTEN
Exotische Arten bedrohen unsere einheimischen Arten. Denken Sie beispielsweise an den Asiatischen Marienkäfer, den Amerikanischen Ochsenfrosch, die Rotwangen-Schmuckschildkröte, den Kaukasischen Bärenklau, die Späte Traubenkirsche oder den Japanischen Staudenknöterisch. Diese Tiere und Pflanzen erscheinen auf den ersten Blick harmlos, aber sie vermehren sich sehr schnell, schaden der Umwelt und übertragen Krankheiten. Einheimische Arten sind besser an ihr Umfeld angepasst und benötigen weniger Pflege. Um die Biodiversität zu bewahren, ist es unerlässlich, einheimischen Arten den Vorzug zu geben.
NACHHALTIGES HOLZ
Greifen Sie auch lieber zu Gartenmöbeln, Parkett und Holzspielzeug aus zertifiziertem Holz. Holz hat mindestens zwei Vorteile: Es ist widerstandsfähiger als Kunststoff und es wird nicht aus Erdöl hergestellt. Wenn Sie Möbel mit FSC- oder PEFC-Zertifikat kaufen, können Sie sicher sein, dass das Holz, aus dem sie hergestellt wurden, aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt und nicht aus Wäldern gemäßigter oder nördlicher Breitengrade, die unter einem Rückgang der Biodiversität leiden, oder aus gnadenlos ausgebeuteten tropischen Regenwäldern. Bei zertifiziertem Holz sollten Sie einheimische Arten bevorzugen (Kastanie, Eiche, Lärche usw.), die ebenso widerstandsfähig wie exotische Hölzer sind, aber deren Transport weniger Energie verschlingt und die Umwelt weniger verschmutzt.
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Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt
Generaldirektion Umwelt
Place Victor Horta 40 Postfach 10
1060 Brüssel
Kontaktstelle: 02 524 97 97
info@gesundheit.belgien.be
www.gesundheit.belgien.be
Nationale Anlaufstelle des Übereinkommens über die biologische Vielfalt
Königlich Belgisches Institut für Naturwissenschaften
Rue Vautier 29
1000 Brüssel
CBD-NFP@naturalsciences.be
www.sciencesnaturelles.be
Öffentlicher Dienst der Wallonie
Operative Generaldirektion „Landwirtschaft, Naturschätze und Umwelt“ (DGARNE)
Generaldirektion Natur und Forst
Avenue Prince de Liège 15
5100 Namur
Tel. 081 33 50 50
environnement.wallonie.be
Brüssel Umwelt - IBGE
Verwaltung der Umwelt und der Energie der Region Brüssel-Hauptstadt
Gulledelle 100
1200 Brüssel
Tel. 02 775 75 75
info@bruxellesenvironnement.be
www.bruxellesenvironnement.be
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- www.jedonnevieamaplanete.be
- www.biodiv2010.be
- www.species.be
- www.biodiversite.be
- www.belspo.be
- www.crioc.be (Saisonkalender für Obst und Gemüse)
- „SOS Invasions. La biodiversité en Belgique“, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt, 2006, 30 S.
- „Halte à la prolifération des plantes aquatiques invasives ! Quelles espèces choisir pour l’aménagement des pièces d’eau et jardins aquatiques ?“, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt, 2008, faltblatt.
- „Des alternatives aux plantes invasives. La prévention commence dans nos jardins !“, Projet Alter, IAS, 2010, faltblatt.
- „Stratégie nationale de la Belgique pour la Biodiversité (2006 – 2016)“, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt, 2006, 106 S.
- „FSC et PEFC : le bois certifié ! Un petit conseil avant d’acheter ?“, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt, 2006, faltblatt.
- „Biocides et pesticides, pas sans risques ! Astuces pratiques respectueuses de l’environnement et de la santé“, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt, 2007, 30 S.
Kostenlose Broschüren können Sie bestellen unter 02 524 97 97 oder info@health.fgov.be oder herunterladen unter www.health.fgov.be. „366 gestes pour la biodiversité“, Königlich Belgisches Institut für Naturwissenschaften, 2009, 384 S., kostenloses Buch herunterladen unter www.jedonnevieamaplanete.be. - „La biodiversité en Belgique : une question vitale“, Königlich Belgisches Institut für Naturwissenschaften, 2007, 32 S.
Kostenlose Broschüren können Sie bestellen unter biodiversite@sciencesnaturelles.be oder herunterladen unter www.sciencesnaturelles.be/biodiv - „La biodiversité à Bruxelles“, Bruxelles Environnement – IBGE, 2010, 48 S.
- „10 conseils pour préserver la biodiversité“, Bruxelles Environnement – IBGE, Faltblatt.
Kostenlose Veröffentlichungen zu bestellen beim Dienst „Info-environnement“ von Bruxelles Environnement - IBGE (Tel. 02 775 75 75 – info@bruxellesenvironnement.be) oder herunterzuladen unter documentation.bruxellesenvironnement.be.











