Klimawandel

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Was sind die Ursachen des Klimawandels? Was ist der Treibhauseffekt? Wie kann man ihn verringern? Wie kann ich mich beteiligen?


Die Zunahme des Treibhauseffekts hat Folgen für das Klima. Seit 1906 hat sich die Erde um 0,7 Grad erwärmt. Wir haben eine Erhöhung des Ozeanspiegels von 10 bis 25 cm erlebt. Drakonische Maßnahmen müssen weltweit getroffen werden, um unseren Ausstoß an Treibhausgasen, zum Beispiel Kohlendioxid (CO2), zu reduzieren. Andernfalls kann es zu schweren klimatischen Veränderungen kommen: Orkane, Niederschläge, Dürren, extreme Temperaturen…

URSACHEN DES KLIMAWANDELS
Die Erde erwärmt sich unter der Einwirkung der Sonnenstrahlen und reflektiert diese Wärme in Form von Infrarotstrahlen. Die Treibhausgase, von denen das CO2 das wichtigste ist, halten einen Teil der aufsteigenden thermischen Strahlung ab. Diese Wärme ist also zwischen der Erdoberfläche und der atmosphärischen Schicht „gefangen“. Unser Planet würde sonst viel kälter sein. Dennoch besteht das Problem, dass seit zwei Jahrhunderten Brennstoffe, wie Erdgas, Kohle, Öl… massenweise für den Transport, die Heizung, die Industrie, usw. verwendet werden. Diese menschlichen Aktivitäten haben die Bildung von Treibhausgasen erhöht. Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre hat sich auf diese Weise um 35% erhöht. Weltweit führt das langsam aber sicher zu einem Klimawandel, der schwere Folgen für Landwirtschaft, Gesundheit, Sicherheit usw. auf der Erde haben könnte.

In Belgien haben zwei Bereiche seit 1990 ständig zugelegt: die Heizung von Gebäuden (plus 21 % des Gesamtausstoßes unseres Landes) und der Straßenverkehr (insgesamt plus 18 % bei Personen- und Frachtverkehr). Das bedeutet zugleich, dass die Haushalte die Möglichkeit haben, noch einen wichtigen Beitrag zu leisten – und sie werden ihn auch leisten müssen. Die Bereiche, denen es gelungen ist, ihren Abgasausstoß seit 1990 zu verringern (Zahlen von 2008) sind der Energiesektor (darunter unter anderem die Kraftwerke mit minus 20 %), die Industrie (Energieverbrauch minus 20 % und Produktionsprozesse minus 11 %), die Landwirtschaft (minus 7 %) und die Abfallwirtschaft (minus 1 %).

INTERNATIONALE VERPFLICHTUNGEN
Das Rahmenabkommen der Vereinten Nationen von 1992 über die Klimaveränderung (194 Unterzeichnerländer) hat einen internationalen Rahmenplan zur Bekämpfung festgelegt. Das Kyoto-Protokoll (gültig seit 2005) ist der erste Aktionsplan dieses Übereinkommens. Es bestimmt die zwingenden Zielsetzungen der Verringerung der Treibhausgase für die Industrieländer und die damit verbundenen Geldstrafen. Das Protokoll wurde von 193 Ländern ratifiziert (Stand Februar 2011), darunter Belgien. Im Lauf des Zeitraums 2008 bis 2012 muss Belgien seinen Treibhausgasausstoß um 7,5% im Vergleich zum Jahr 1990 verringern.

Das europäische Paket Klima/Energie (vom Januar 2008) verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Fortführung ihrer Bestrebungen, um die Emissionen bis ungefähr zum Jahr 2020 um 20 % zu senken. In diesem Zusammenhang muss Belgien die Emissionen in bestimmten Sektoren um 15 % vermindern: Es handelt sich um die Sektoren Bau, Verkehr, Landwirtschaft und Industrie, die nicht unter das europäische System des Emissionshandels für Unternehmen (EU-ETS) fallen.

Auf internationaler Ebene wird daran gearbeitet, einen Nachfolger des Kyoto-Protokolls aufzustellen. Er wird wahrscheinlich 2013 in Kraft treten.

ÖFFENTLICHE INITIATIVEN
Die föderalen und regionalen Behörden setzen alles daran, Maßnahmen für insbesondere drei Sektoren zu treffen: die Energie, den Transport und den Abfall.

In Sachen Energie werden unter anderem Aktionen für einen rationellen Gebrauch der Energie entwickelt, für höhere Energieeffizienz oder für einen erhöhten Einsatz von erneuerbaren Energien. Beispielsweise wird der Bau eines Windparks in der Nordsee finanziell unterstützt.

Im Bereich des Transports zielen die Maßnahmen vor allem auf die Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel und die so genannte „sanfte“ (Fußgänger, Fahrräder) Mobilität ab. Von entscheidender Bedeutung sind hierfür ein besseres Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel durch Investitionen in das Netz der öffentlichen Verkehrsgesellschaften, die Erstattung von Dauerkarten durch den Arbeitgeber und steuerliche Anreize. 

Außerdem ermutigt ein Ökobonussystem die Einwohner der Wallonie zum Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens, der wenig CO2 ausstößt. Unternehmen, die weniger durstige Autos anschaffen, haben ebenfalls Anspruch auf einen größeren Steuerabzug.

Im Bereich des Abfalls werden die folgenden Maßnahmen ergriffen:

  • die Verringerung des Abfalls an der Quelle;
  • die Förderung von Sortierung und Recycling der Abfälle;
  • die Wiederverwendung von Gütern über Zentralen zum Verkauf aus zweiter Hand;
  • die Modernisierung von Verbrennungsanlagen;
  • die Aufwertung von Biogasen für die Produktion von Wärme und Elektrizität.

BETEILIGUNG DES BÜRGERS
Jeden Tag können Sie sich an den Bemühungen zur Verringerung der Treibhausgase beteiligen, zum Beispiel indem Sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen, weniger mit Autos fahren, und wenn doch, dann in Autos, die weniger verbrauchen, durch Investitionen zur Verringerung des Energieverbrauchs in Ihrem Haus, indem Sie Strom aus erneuerbaren Quellen kaufen oder die Abfallmenge reduzieren und recyceln.

Für allgemeine Informationen über die Klimaveränderung
Schalter für Umweltinformation
Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Lebensmittelkette und Umwelt
Generaldirektion Umwelt

Place Victor Horta 40 Postfach 10
1060 Brüssel
Tel. 02 524 97 97 
info@gesundheit.belgien.be
www.climat.be 

Für die Informationen über die klimatischen Veränderungen und die Luft in der Wallonischen Region
Öffentlicher Dienst der Wallonie
Wallonische Luft- und Klimaagentur
Rue des Masuis Jambois 5
5100 Jambes
Tel. 081 32 11 70 
info-airclimat@wallonie.be 
airclimat.wallonie.be

Für die Informationen über die klimatischen Veränderungen in der Brüsseler Region
Brüssel Umwelt - IBGE

Verwaltung der Umwelt und der Energie der Region Brüssel-Hauptstadt
Gulledelle 100
1200 Brüssel
Tel. 02 755 75 75
info@bruxellesenvironnement.be
www.bruxellesenvironnement.be