Verwendung von Medikamenten

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Welche Schäden kann falscher Gebrauch oder Missbrauch von Arzneimitteln, insbesondere von Antibiotika, Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln oder Antidepressiva, verursachen?


Bevor Sie ein Arzneimittel einnehmen, sollten Sie immer den Beipackzettel lesen. Er enthält wichtige Informationen zur sachgerechten Anwendung und Aufbewahrung des Arzneimittels, zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder Lebensmitteln, zu Anwendungsbeschränkungen, zu Nebenwirkungen sowie Hinweise zur Beeinflussung der Fahrtüchtigkeit.

Auf der Arzneimittelpackung ist nach der Abkürzung „EX“ immer ein Verfallsdatum angegeben (Monat/Jahr oder Tag/Monat/Jahr). Ist kein Tag angegeben, so handelt es sich um den letzten Tag des angegebenen Monats (Beispiel: EX 10/12 = verfällt am 31. Oktober 2012).

Bestimmte Darreichungsformen (z.B. Augentropfen oder Säfte) halten nicht so lange, wenn sie zubereitet oder angebrochen wurden. Die Haltbarkeit nach der Zubereitung oder dem Anbrechen der Verpackung wird ebenfalls auf der Verpackung des betreffenden Arzneimittels angegeben.

Abgelaufene Arzneimittel sind in der Apotheke abzugeben. Sie werden vernichtet. Die Entsorgung wird von der Pharmaindustrie finanziert.

ANTIBIOTIKA
Die Wirkung von Antibiotika lässt mit zunehmendem Gebrauch nach und es entwickeln sich resistente Bakterien. Auf diese Weise können bestimmte Infekte unheilbar werden.

Antibiotika sind jedoch für die Behandlung schwerer Infektionen, die von Bakterien ausgelöst werden, wie z.B. Hirnhaut- oder Lungenentzündung, unerlässlich.

Die verordnete Dosierung, der Einnahmezeitpunkt und die Dauer der Behandlung müssen streng eingehalten werden, auch wenn man meint, man sei schon wieder gesund.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung können mit Antibiotika nicht alle bakteriellen Erkrankungen bekämpft werden.

Bestimmte Antibiotika wirken nur gegen eine ganz bestimmte Bakterienart, andere haben ein breiteres Wirkungsspektrum. Nur ein Arzt kann Ihnen genau das Antibiotikum verschreiben, das für Ihre Infektion geeignet ist.

Antibiotika wirken nicht gegen Viren: Bei Viruserkrankungen wie Grippe, Masern, Röteln und Hepatitis sind sie deshalb zwecklos. Die meisten Winterkrankheiten (wie Bronchitis und Angina) werden von Viren verursacht. In manchen Fällen können diese Krankheiten von Bakterien ausgelöst werden. Bevor der Arzt ein Antibiotikum verschreibt, muss er sicherstellen, dass es sich wirklich um eine bakterielle Erkrankung handelt.

Bei Viruserkrankungen sind antivirale Arzneimittel wirksam, auch wenn sie im Allgemeinen gar nicht genommen werden müssen, weil die meisten Viruserkrankungen der Atemwege nach circa drei Tagen von alleine wieder verschwinden.

SCHLAFMITTEL UND BERUHIGUNGSMITTEL
Bei Angstzuständen, Stress, Schlaflosigkeit usw. sollte man in erster Linie versuchen, seinen persönlichen Lebensrhythmus an die eigenen physischen und psychischen Kapazitäten anzupassen.

Nehmen Sie auf keinen Fall auf eigene Faust Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Wenn Ihr Arzt Ihnen diese Mittel verschreibt, so geschieht dies für einen begrenzten Zeitraum.

Diese Arzneimittel enthalten im Allgemeinen so genannte Benzodiazepine, chemische Substanzen, welche auf das Nervensystem einwirken (Verringerung der Angst und der Nervenanspannung) und das Einschlafen erleichtern.

Diese Wirkungen halten jedoch nur kurz an. Außerdem können diese Mittel Nebenwirkungen hervorrufen: Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Verwirrung, Reizbarkeit usw. Langfristig erzeugen sie Abhängigkeit und Gewöhnung.

ANTIDEPRESSIVA
Depressionen müssen behandelt werden. Soll die Behandlung wirksam sein, ist zunächst eine genaue Diagnose erforderlich. Die Behandlung muss stets eine psychologische Betreuung beinhalten. Manchmal ist die Einnahme eines Antidepressivums erforderlich. Dieses Arzneimittel muss dann eine gewisse Zeit lang eingenommen werden.

Halten Sie sich stets an die Behandlungsvorgaben Ihres Arztes. Beim Absetzen von Antidepressiva empfiehlt sich eine schrittweise Reduzierung der Dosis.

Wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt oder Ihren Apotheker.